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Natur und Wind - Konsens über Nachnutzungen auf dem Joint Headquarters

Das Areal „Joint Headquarters“ (JHQ) nahe des Mönchengladbacher Stadtteils „Rheindahlen“ steht nach dem Abzug der britischen Streitkräfte für eine Nachfolgenutzung zur Verfügung. Die in der Planung zur Nachnutzung involvierten Partner Bundeanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und die Stadt Mönchengladbach sind sich darüber einig, dass Teile der Fläche renaturiert, andere Teile aber nachgenutzt werden sollen. Diese Erkenntnis ist Ergebnis der im Jahr 2011 durchgeführten Perspektivwerkstätten.

Die Zukunft der Stadt in der Stadt

Das Joint Headquarter wurde 1954 gegründet und diente seither verschiedenen Verbänden der britischen Streitkräfte und der NATO als Hauptquartier. Die Planungen zur Nachnutzung sind eine große Herausforderung, weil das Areal mit 385 Hektar sehr umfangreich bebaut ist und eine eigene Stadt in der Stadt Mönchengladbach bildet.

Weder konventionelle Wohnnutzung, noch die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben wurden von der Stadt Mönchengladbach als denkbare Folgenutzung für das peripher gelegene Gelände in Betracht gezogen. Damit sind zwei klassische Szenarien für die Nachnutzung bereits von vorneherein ausgeschlossen worden.

Als realistisch schätzten es die Experten im Rahmen der "Perspektivwerkstätten" zur Zukunft des Areals allerdings ein, dass ein Teil zur Freiraumgestaltung, für Kompensationsmaßnahmen und für erneuerbare Energien etabliert wird.

Mit erneuerbaren Energien und neuen Ideen eine nachhaltige Nutzung schaffen

Die an der Klärung der Nachnutzungsfrage beteiligten Akteure BImA, Stadt Mönchengladbach sowie die landeseigene Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN, die im Auftrag des Landes NRW im gesamten Prozess der Konversionsplanung beratend tätig war, haben neben der Renaturierung, die Schaffung von Flächen für die Gewinnung erneuerbarer Energien auf dem Gelände des Joint Headquarters in den Fokus gerückt. Einen wesentlichen Anteil soll dabei die Errichtung von Windkraftanlagen haben. Deren planerische Absicherung durch Ausweisung einer Windenergievorrangzone ist im Entwurf des Regionalplanes bereits vorgesehen. Auch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben oder Forschungseinrichtungen, die sich mit dem Thema "Erneuerbare Energien" befassen, ist möglich im Rahmen von sogenannten "Inseln intensiverer Nutzung".

Die Stadt Mönchengladbach und die BImA sind jedoch weiterhin offen und auf der Suche nach anderen sinnvollen Nachnutzungen für die Fläche des ehemaligen JHQ und hier ist auch sicherlich etwas Kreativität gefragt. Bisher angedacht ist die Renaturierung von einem großen Teil der Flächen des ehemaligen JHQ´s. Dies ist vor allen Dingen in den Bereichen sinnvoll, in denen das Areal an das JHQ an das Naturschutzgebiet „Knippertzbachtal“ sowie die Landschaftsschutzgebiete „Hardter Wald“ und „Am NATO-Hauptquartier“ angrenzt und somit Biotopverbünde geschaffen werden können.

Die Renaturierung eines wesentlichen Teils des JHQ`s und die wirtschaftliche Verwertung der Liegenschaft durch Errichtung von Windkraftanlagen kann aber auch mit neuen innovativen Ideen und Nutzungskonzepten ergänzt werden.

Eine davon ist beispielsweise die Idee eines Festivalparks. Die Etablierung eines nicht nur über die Stadt- sondern auch Landesgrenzen bekannten jährlichen Musikevents wäre eine interressante Zwischennutzung mit hohem Aufmerksamkeitswert und würde auch der vorgesehenen Nutzung der Fläche für Erneuerbare Energien, der Schaffung von Ökostrom durch Windenergie, nicht entgegenstehen, da dies grundsätzlich nebeneinander möglich ist.

Ideen sind bisher reichlich vorhanden und jeden Tag kommen neue hinzu. Nun ist es an der Stadt Mönchengladbach und der BImA diese auf ihre Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Die Entwicklung des JHQ`s ist und bleibt spannend.

Windkraftanlagen könnten bei der Nachnutzung des JHQ eine wichtige Rolle spielen (Foto: Martin Abegglen, CC BY-SA 2.0)

Die nächsten Schritte

Die BImA und die Stadt Mönchengladbach müssen – nach Prüfung der vorliegenden Ideen - sich auf eine von ihnen bevorzugte Entwicklungsvariante für die Liegenschaft Joint Headquarters verständigen. Anschließend wird das entsprechende Grobkonzept ausgearbeitet. Dabei wird die Machbarkeit der verschiedenen Ansätze zur Nachnutzung geprüft. Notwendige Gutachten, auch im Hinblick auf den Artenschutz, werden bereits erstellt. Dabei werden auch die Themen Freizeit- und Erholungsnutzungsmöglichkeiten untersucht. Je nach Nutzungsidee sind aber natürlich weitere und ergänzende Untersuchungen nötig, die im Einzelfalle erarbeitet und beigebracht werden müssen.

Am 12. Dezember 2013 war der Tag der offiziellen Schlüsselübergabe. Die letzten Mitglieder der britischen Streitkräfte haben das JHQ verlassen und der BImA die Liegenschaft übergeben.

Praxisratgeber Militärkonversion

Der "Praxisratgeber Militärkonversion" des Bundesverkehrsministeriums dient als Vorbereitung für die Militärkonversion ab 2014.

Erneuerbare Energien

Erfahren Sie wie die BImA mit ihrer Arbeit die Energiewende in Deutschland unterstützt.
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